Ribeira do Cavalo Beach

Tag 1: der Roadtrip durch Portugal startet in Lissabon

Portugal, du faszinierendes Land!

Nach der Landung in Lissabon nahmen wir freudig unseren Camper in Empfang. Wir haben uns für die Anmietung über Caravans2Rent entschieden.
Technik, Ausstattung und Betrieb der Geräte wurden uns ebenso geduldig erklärt, wie das Entleeren und Befüllen aller Tanks.

Blogartikel: alle Details zum Campingmobil inklusive YouTube Video

Wir beide haben uns auf die Natur, die Vielfalt, malerische Küsten und das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmtheit gefreut. Und auch wenn uns Lissabon bestimmt gut gefallen würde, diesmal blieb keine Zeit für eine Stadtbesichtigung. Es war schon am späteren Nachmittag, also nächsten Supermarkt angesteuert um das Notwendigste für die ersten paar Tage zu besorgen und dann ab ins Campingabenteuer.

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Überraschend günstig war der Einkauf bei Lidl, obwohl schon ein Discounter mit günstigeren Preisen ging hier noch etwas mehr. Auch die langen Öffnungszeiten – meist von 8:00 – 22:00 Uhr, 7 Tage die Woche – kamen uns gelegen.

Beim Camper angekommen versuchten wir alles logisch und nach System einzuräumen, ebenso sollte nichts bei der Fahrt durch die Gegend fliegen. Nahrungs-Tetris sozusagen!

Cabo Espichel – ein Ort für unvergessliche Momente

Etwa 45 km südwestlich von Lissabon liegt das Kap direkt an einer atemberaubenden Atlantikküste. Neben dem Leuchtturm befindet sich dort eine Kapelle und ein Kloster, das den Pilgern Unterkunft gewährte.

Eine noch in Bau befindliche Straße führt geradeaus bis zum Schotterparkplatz, ein kleiner Imbissstand sorgt für das leibliche Wohl. Wir kamen gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang und der schönen Zeit des Abendrotes. Touristen waren dann nur noch vereinzelt da, ein paar Autos und 3 Wohnmobile teilten den Moment mit uns. Wer sich wie am Ende der Welt fühlen möchte, magische Sonnenuntergänge und glasklaren Sternenhimmel erleben will, sollte unbedingt diesen Ort besuchen.

Für uns der perfekte Start in das Abenteuer Portugal. Wir verbrachten die Nacht am Cabo Espichel, schliefen zur großen Verwunderung schnell ein, und hatten so unsere erste Übernachtung im Camper. Wohl vor Aufregung was der nächste Tag bringen wird, wachten wir beide schon vor Sonnenaufgang wieder auf und gingen mit Eiskaffee ausgestattet an der menschenleeren Landspitze spazieren. Man fühlt sich frei, kann losfahren oder stundenlang am selben Platz verbringen, Spaß haben oder Nachdenken – genau das hatten wir uns von dieser Erfahrung erhofft, und es fühlte sich sogar noch besser an als wir dachten.

Sonnenuntergang an der Algarve auf unserem Roadtrip durch Portugal
Sonnenuntergang an der Algarve auf unserem Roadtrip durch Portugal

Tag 2: Ribeira do Cavalo Beach

Der frühe Vogel fliegt zum Strand – oder so ähnlich. Der ganze Tag lag noch vor uns, und wir wollten früh zum nächsten Punkt gelangen. Es war Sonntag, und somit neben den Touristen auch für Einheimische ein Tag um am Strand zu relaxen.

Entfernung: Cabo Espichel – Ribeira do Cavalo Beach – 12,5km – Fahrzeit 25 min.

Wir parkten direkt am Straßenrand, ein paar wenige Campingmobile verbrachten dort anscheinend die Nacht. Anfangs waren wir uns nicht ganz sicher, wie man vom Klippenrand hinunter zum Strand gelangt. Viele kleine Wege führten ins Nichts und waren schlagartig zu Ende. Doch dann bemerkten wir eine portugiesische Gruppe bewaffnet mit Sonnenschirm, Kühlbox und Verpflegung – die mussten den Weg ja kennen. In bester FBI Agent Manier verfolgten wir die Gruppe um den richtigen Eingang zu finden und wurden belohnt.

Der Abstieg ist zwar teilweise etwas steinig und eng, aber wir haben das in Flip Flops leicht hinbekommen. Ein wenig Vorsicht ist zwar geboten, aber Angst braucht man davor auch keine haben. Man bahnt sich den Weg zuerst entlang von kleinen Sträuchern, Steinstiegen und Wurzeln und wird schon nach wenigen Minuten mit einem Anblick belohnt, der einen aus den Flip Flops haut.

Tipp: achtet auf die grünen Markierungen entlang des Weges, dann könnt ihr den Strand nicht verfehlen.

Ribeira do Cavalo Beach
Strandfoto vom Roadtrip durch Portugal
Ribeira do Cavalo Beach

Sowohl der Blick von oben, als auch unsere Zeit am Strand von do Cavalo haben uns absolut begeistert – vorbeischauen lohnt sich auf alle Fälle.
Zum Schwimmen ist dieser Strand, wie auch viele andere entlang der Algarve, nur bedingt zu empfehlen. Der Atlantik ist mit 14-18 Grad mehr als nur eine Erfrischung, aktuell beträgt die Wassertemperatur 16 Grad an der Küste Portugals. Zusätzlich sorgen sehr starke und hohe Wellen nur bei Surfern für ein Lächeln im Gesicht.

Ecoparque Do Outão: Unsere erste Nacht am Campingplatz

Gut 35 Minuten bzw. 28km vom Ribeira do Cavalo liegt der kleine aber sehr feine Caravan Park Ecoparque Do Outão

Positiv gefallen haben uns die Aufteilung der Stellplätze, die Lage direkt am Meer. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und versuchen jede Frage geduldig zu beantworten.

Die Sanitäranlagen sind nicht sehr modern, waren bei unserem Besuch aber sauber und ok.
Preislich ist dieser Campingplatz sehr gut, der Stellplatz kostete 10,80€ pro Nacht, Strom 3,60€, Service (Entleeren  des Schwarzwassertanks, Toilette, Befüllen des Frischwassertanks zum Kochen und Duschen war inkludiert).
Schade fanden wir, dass kein Supermarkt in der Nähe ist und der Strand leider nicht besonders toll ist – grober Steinsand und viel Müll, auch Glasscherben liegen viele herum.

5 km entfernt liegt das schöne Städtchen Setúbal, eine nette Stadt am Hafen mit einer schönen Promenade, Beach Bar, viele Restaurants und netten kleinen Parks im Stadtzentrum.

Sonnenaufgang in Portugal
Ecoparque do Outão
Portugal Beach

Tag 3: Traumstrand Praia da Aberta Nova

Wieder früh aufgestanden um rechtzeitig am nächsten Spot zu sein hat sich diesmal wirklich gelohnt.

Unsere Fahrt durch das Landesinnere, um eine große Bucht und einen Nationalpark zu umfahren, bringt uns nach 100 km an den Strand von Aberta Nova.

Die letzten 2 km wollten aber allerdings erst überstanden werden. Eine Sandstraße mit dem gewissen Extra, nämlich hohe Rillen im 30 cm Abstand machten aus unserem Camper eine Tagada-Fahrt, geschüttelt und gerührt.

Teilweise sehr eng und etwas rutschig durch den sandigen Boden fährt man wie auf rohen Eiern den Weg entlang, immer das Ziel vor Augen.
Am Ende der Straße gibt es einen Parkplatz direkt am Strand, ebenfalls aus Sandboden, der auf 2 Ebenen Platz für etwa 30 Fahrzeuge bietet, ein paar wenige am Straßenrand sind allerdings für den Camper nicht geeignet.

Wir parkten unseren Flitzer in erster Reihe, das Heck Richtung Strand und mit einem breiten Grinsen im Gesicht dieser Anblick:

Praia da Aberta Nova

Schon am frühen Morgen konnten wir gar nicht erwarten, welch Naturschauspiel uns sich beim Sonnenuntergang bieten würde. Wie in den Tagen zuvor schienen wir alles richtig gemacht zu haben und genossen den Tag entspannt am Strand.

Eine Strandbar (Bar dos Tigres), die liebevoll von einem älteren Herrn geführt wird, mit sehr günstigen Preisen und einer großen Auswahl an Speisen, Eis, Getränken und Alkohol – sogar Gin Tonic und weitere Longdrinks sind dort zu bekommen, sorgen für vollkommenes Wohlfühlen.

Das Publikum besteht großteils aus Surfern und Wassersportlern, Familien und Jugendlichen aber auch Paragleitern. Kilometerweit zieht sich der Sandstrand in beide Richtungen, Sanddünen und hohe Gräser prägen das Landschaftsbild.

Auch wenn die Anfahrt etwas tricky ist, dieser Ort bleibt eines unserer absoluten Highlights. Man fühlt sich so entschleunigt, frei und endlos glücklich.

Den Abend nutzten wir um schöne Fotos zu machen, ein Bierchen beim Sonnenuntergang zu trinken und uns auf eine Nacht mitten im Nirgendwo zu freuen.

Praia da Aberta Nova
Praia da Aberta Nova – lovelifetravel.at
Sonnenuntergang Praia de Aberta Nova
Foto von Lisa am Strand im Sonnenuntergang

Tag 4: Relaxen am Strand und eine Nacht am Naturcampingplatz

Heute stand ein Tag voller Entspannung und genießen am Programm. Wir wählten dafür den Strand Praia de Odeceixe Mar.

Die Anfahrt war problemlos und angenehm, gute Straßen erfreuen das Camperherz. Die Parkplatzsuche gestaltete sich dann schon etwas kniffliger. Der Strand ist groß aber gut besucht, auch bei Campern steht er aufgrund der wunderschönen Umgebung hoch im Kurs. Manche Straßen führen leider ins Nichts, und so mussten wir in einer Sackgasse mit Steigung zwischen parkenden Auto gut 50m zurücksetzen um dann umzudrehen. Nicht immer einfach, wenn 10 ungeduldige Autofahrer warten und nicht verstehen, dass die Straße zu Ende ist. Nervenkitzel überstanden und weiter ging die Suche. Im kleinen Kreisverkehr einfach dort abgebogen, wo niemand fuhr wurde belohnt. Wir kamen einige hundert Meter weiter an einen großen Sandplatz, großteils mit Campingmobilen gefüllt und fanden einen schönen Platz im Schatten. YES!

Fortuna war wieder mal auf unserer Seite. Entlang der Straße geht es leicht bergab Richtung Strand, der Ausblick ist traumhaft schön und ein paar kleine Aussichtsterrassen laden immer wieder zum Schauen ein.

Praia de Odeceixe Mar

Großer Reisemoment inklusive: ich habe dort den ersten richtigen Cappuccino in Portugal getrunken. Klingt komisch, ist aber so. Die Portugiesen scheinen oft eine etwas andere Vorstellung von Kaffee zu haben, so blieb es davor immer bei Eiskaffee aus dem Supermarkt. Und er war auch noch richtig billig und lecker – 1,50€!

Nachmittags wurde der Strand immer voller, und da man immer rechtzeitig darauf achten muss noch einen einen Platz in den Campingparks zu ergattern, zogen wir weiter.

Für uns günstig lag der Parque Campismo do Serrao, ein Naturcampingplatz inmitten hunderter Bäume. Preislich mit 23,50€ für den Süden im günstigeren Bereich, der Stellplatz angenehm groß, die Wasch- & Duschmöglichkeiten vollkommen in Ordnung. Hauptpublikum ist hier die Community der Zelter. Ganze Wohnhäuser aus Stoff wurden neben uns aufgebaut, mit Lichterketten, Outdoorküche und Vorgarten. Wir hatten jedenfalls viel zu entdecken, und ließen den Tag mit Nudeln und Pesto und einem kühlen Bier ausklingen.

Tag 5: Traumstrand, Nebel und Delfine

Leuchttürme ziehen uns irgendwie magisch an, sie vermitteln Hoffnung, Ankunft, das Ende des Meeres und haben immer Geschichte. Darum wollte ich unbedingt zum Cap von Sao Vicente um den Leuchtturm am südwestlichsten Punkt Portugals zu besichtigen. Lustiger Nebeneffekt wäre der Würstelstand „Letzte Bratwurst vor Amerika“ gewesen – kein Bucketlist Moment aber einfach witzig.

Knapp 4 km bevor wir beim Leuchtturm ankamen, fiel uns am linken Straßenrand ein kleiner Parkplatz mit einem schönen Aussichtspunkt auf, wir hielten an, stiegen aus und blickten über den Vorsprung:

Strand von Beliche

Praia do Beliche – ein kleiner aber sehr feiner Strand entlang der Algarve nahe der Hafenstadt Sagres, aus der auch das gleichnamige Bier stammt.

Über einen breiten Weg aus Betonplatten und ein paar Stiegen gelangt man zum Strand, wir sind die ersten und können die wundervolle Natur noch ganz für uns genießen. Zum Baden ist leider auch hier das Wasser viel zu kalt, aber um die Sonne aufzusaugen und das Rauschen des Meeres zu spüren ein perfekter Ort.

Gegenüber vom Parkplatz befindet sich ein kleines Restaurant, ansonsten bietet dieser Ort keinerlei Infrastruktur.

Wir bleiben noch kurz und als die ersten Leute eintreffen machten wir uns auf den Weg zum eigentlichen Ziel, doch es sollte anders kommen.

lustiges Bild mit einem Surfbrett

Die letzten 4 km bis zum Kap fährt man einfach die gleiche Straße geradeaus weiter, das Ende bildet ein Parkplatz vor dem Leuchtturm.

Schon während der kurzen Fahrt nahm der Wind von Sekunde zu Sekunde immer mehr zu. Kaum zu glauben, dass innerhalb weniger Kilometer das Wetter so umschlagen kann, aber in Portugal kann es aufgrund der Küste und des Atlantiks zu vielen unterschiedlichen Wetterphasen kommen, aber seht selbst:

Leuchtturm am Cap von Sao Vicente
Leuchtturm am Cap von Sao Vicente im Nebel

Satz mit X, war wohl nix.

Wir beschlossen die neuen Umstände mit einem frischen Kaffee – wenn man sein Zuhause immer dabei hat ist das schon praktisch – auf uns wirken zu lassen. Nach kurzer Kaffeepause und frisch motiviert trafen wir die Entscheidung uns einen kleinen Traum zu erfüllen. Es ging weiter ins benachbarte Sagres und wir parkten am Hafen. Das Unternehmen Cape Cruiser Lda bietet unter anderem auch Delfin-watching Touren an. Diese wunderschönen Tiere in ihrem natürlichen Umfeld zu beobachten wollten wir unbedingt einmal erlebt haben.

Beim Eingang begrüßten uns bereits zwei freundliche junge Damen. Wir fragten vorsichtig nach, ob denn noch ein Platz für uns frei wäre, es war bereits später Vormittag und pro Tag fanden nur 3-4 Touren statt. um 11:30 Uhr ist leider nichts mehr frei, aber um 13:30 Uhr würde es noch gehen. YEESSS! Sofort reserviert und Tickets (35€ p.P.) gelöst grinsten wir einmal rundherum.

Die 2 Stunden Wartezeit verbrachten wir mit einem Mittagessen, etwas Shopping und Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer. Sagres ist eine sehr kleine aber nette Stadt mit günstigen und liebevoll geführten Restaurants, schaut vorbei, wenn ihr in der Nähe seid.

Endlich war es so weit: eine Gruppe von 12 Personen versammelte sich zur Einschulung und Ausgabe der Rettungswesten. In den knapp 30 Minuten Einweisung wird einem erklärt, wie das Unternehmen arbeitet. Was zum Wohl und Schutz der Tiere getan wird, welche Methoden angewandt werden um die Chancen zu erhöhen Delfinarten oder sogar Wale zu beobachten. Alles sehr seriös und immer mit Respekt und Verantwortung den Tieren gegenüber.

Dann geht es los, quer durch den Hafen direkt zum Boot und ab aufs offene Meer. Das Boot bietet 12 Sitzplätze in Reihen zu je 2 Sitzen, komfortabel aus Leder und mit Haltegriffen. Gut 90 Minuten verbringt man auf dem Atlantik, es werden verschiedene Hot Spots angesteuert, an denen es schon öfter Sichtungen gab, ein Zeichen sind zum Beispiel auch Ansammlungen von Vögeln, die auf Fischjagd gehen. Andere Crews und die Küstenwache unterstützen per Funk und weisen den Weg. Als nach mehr als einer halben Stunde alle die Hoffnung schon begraben hatten, kamen einige Funksprüche nacheinander, am Horizont tauchten 2 Boote auf und plötzlich die frohe Botschaft: wir werden Delfine beobachten können.

Eine Gruppe Streifendelfine voraus, und sogar mit einem Baby, das gerade schwimmen lernt. Das Herz schlug doppelt so schnell und die Freude war grenzenlos.

Hier ein paar Eindrücke von diesem unvergesslichen Erlebnis!

Cape Cruise – Dolphinwatching
Cape Cruise – Dolphinwatching
Cape Cruise – Dolphinwatching

Was für ein Erlebnis!

Völlig fertig vor Glück und sprachlos über das gerade Erlebte setzen wir unsere Reise fort Richtung Campingplatz – und zwar den Camping Turiscampo Yelloh! Village Portugal – wir haben den Platz ausgesucht, da unser Plan den Besuch der Höhlen von Benagil vorsah.

Je südlicher man in Portugal kommt, umso mehr schlägt der Tourismus zu, alles wird größer, lauter und natürlich auch teurer.

Gerade die Region zwischen Lagos und Faro hat uns persönlich jetzt nicht so begeistert, da gefiel uns der ruhige Norden trotz schlechter Straßen um einiges besser.

Der Campingplatz war zwar von der Infrastruktur eher schon ein Magic Life Club, dafür auch preislich mit 45€ alles andere als günstig.

Tag 6: Lagos und Praia da Falésia

Vormittags fuhren wir nach Lagos um ein wenig am Hafen spazieren zu gehen, beim Supermarkt unsere Vorräte aufzufrischen und ein wenig am Strand zu liegen.

Das Gebiet rund um den Hafen ist sehr modern, schöne Hotels und Appartmenthäuser, eine kleine Promenade und schöner Blick auf das Hafenbecken. Tourismus gibt es auch hier in Mengen, und so war der Strand – obwohl sehr schön – recht bald überfüllt.

Wir blieben noch etwas und setzten die Fahrt dann entlang der Südküste Richtung Faro fort, entschieden aber nicht bis dorthin zu fahren, da uns der Tourismus zu viel wurde, und wir uns nach der Ruhe und dem Freiheitsgefühl im Norden gesehnt haben.

Den Tag verbrachten wir dann weiters am Praia da Falésia und parkten unseren Campervan am nahe gelegenen Algarve Motorhome Park Falesia

In gut 5 Minuten Fußweg liegt der Abgang zum Strand, ein Weg aus vielen Holztreppen entlang den rot gefärbten Steinformationen. Da war sie wieder – die unbeschreiblich schöne Landschaft Portugals.

Praia da Falésia
Roadtrip durch Portugal - Felsen an der Algarve

Den Abend genossen wir wieder am Strand, diesmal um unser Video aufzunehmen und den Sonnenuntergang zu bestaunen. Die rötlichen Sandfelsen zeigen sich im noch intensiveren Farbspiel und wirken fast surreal. Ein weiteres Highlight auf unserer Reise.

Tag 7: Setúbal und Rückfahrt Richtung Lissabon

Da am Samstag Mittag die Rückgabe unseres Campers, die Susi – warum auch immer wir so genannt haben, anstand, musste bereits am Freitag ein Teil der Strecke Richtung Lissabon zurückgelegt werden. Gut 3 Stunden dauert der Weg bis zum Flughafen, zwei Drittel davon legten wir am Freitag zurück. Somit wurde es am Rückgabetag nicht stressig, und wir hatten genug Zeit um den Van zu reinigen, entleeren und zu tanken. Und so kam es, dass wir wieder am selben Campingplatz von Tag 2 landeten. Der Equparque do Oulào.

Am nahegelegenen Strand machten wir uns noch ein paar ruhige Stunden, die nur von einem kleinen französischen Mädchen mit einer extrovertierten Wutphase gestört wurden. Als dann das Hungergefühl bei uns dominant wurde, kehrten wir zum Camper zurück. Schnell geduscht und frisch gemacht fuhren wir dann nach Setúbal, die Stadt liegt etwa 5 km vom Campingplatz entfernt und ist am besten mit einer leicht touristischen kleinen Hafenstadt zu beschreiben.

Es war kurz nach 17 Uhr, worauf haben wir denn Lust? Pizza! Da waren wir uns einig. Die Mehrzahl der Restaurants bietet eintönig Meeresfrüchte und Fisch an, das war keine Option. Also schnell Google Maps befragt, haben wir schon erwähnt, dass wir EU-weite Datennutzung lieben? Nahe dem Stadtzentrum fanden wir dann die ersehnte Pizzeria, ein kleiner Familienbetrieb in einer ruhigen Seitenstraße.

Voll motiviert und Magenknurren setzen wir uns auf einen Tisch im Gastgarten und wollten bestellen. Doch da macht man die Rechnung ohne dem Portugiesen. Ähnlich wie in Spanien wird hier erst sehr spät zu Abend gegessen, vor 18 Uhr spielt es hier gar nichts. Also mussten wir uns gedulden und warten, zu unserem Glück war die Chefin aber bereit uns um 17:50 schon die Karte zu geben sowie die Bestellung aufzunehmen – ewige Dankbarkeit von uns garantiert.

Gestärkt aber auch etwas erledigt ging es nach dem Essen entlang der Hafenpromenade, Beine vertreten und zu einer Beach Bar auf ein Abschlussgetränk. Wieder in großer Hoffnung einen Cappuccino zu bekommen, und wieder enttäuscht worden. In einem 0,3 Liter Glas kam eine heiße Mischung aus Kakao, Mokka und Milch mit etwa 60% Zucker. Zugegeben, gar nicht schlecht, aber das kann man einfach nicht trinken.

Zurück am Stellplatz bauten wir noch einmal unsere Campingstühle samt Tisch auf um mit einem Gläschen auf den perfekten Urlaub anzustoßen – nur der Wind hatte was dagegen und zwang uns zum Reingehen. Die letzte Nacht im mobilen Zuhause brach ein.

Delfin Statue in Setubal Portugal
Kunstobjekt in Setubal

Tag 8: Fahrt zum Flughafen und Rückgabe des Campervans

Letzter Tag, wir waren echt traurig, aber alles Schöne hat nunmal sein Ende. So auch unser Roadtrip durch Portugal. Die Woche hat uns so viel gegeben, so viel gezeigt und wird einfach immer ein Teil von uns sein. Wir haben uns auf engsten Raum zu keiner Sekunde unwohl gefühlt oder schlechte Stimmung gehabt, im Gegenteil. Wir haben gelacht und geplaudert, uns noch besser kennen gelernt und ein super Team gewesen.

Schnell noch die letzten Sachen gepackt, Müll entsorgt, Sachen an die Nachbarn aus Deutschland verschenkt, wir wollten nichts wegschmeißen worüber sich andere freuen und dann ging es schon los. Zum Flughafen waren es noch gut 45 Minuten Fahrt.
Die Rückgabe verlief locker und unkompliziert und schon saßen wir am Flughafen, mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Schreckmoment beim Rückflug

Über Frankfurt ging es wieder retour nach Wien, wo uns eine Gewitterzelle am Aussteigen hinderte. Der gesamte Flughafen Wien stellte die Abfertigung ein. Zahlreiche Maschinen standen am Flugfeld und nichts ging mehr. Gut zwei Stunden später als geplant waren wir aber dann doch endlich daheim und fielen völlig erschöpft ins Bett.

Portugal war für uns auf jeden Fall eine Reise wert und wir würden es wieder genau so machen. Wer das Abenteuer und ein neues Gefühl von Freiheit sucht sollte mal über eine Reise mit dem Wohnmobil nachdenken. Es wird für uns nicht die letzte Erfahrung dieser Art gewesen sein.

Schreibt uns gerne in die Kommentare welche Erfahrungen ihr mit Campen gemacht habt. Wart ihr auch in Portugal oder vielleicht ganz woanders unterwegs?
Teilt ihr unsere Meinung über den Tourismus im Süden des Landes, oder haben wir vielleicht nur ein wenig Pech?

lovelifetravel.at

Kosten & Informationen

Kosten für 8 Tage Roadtrip durch Portugal mit dem Camper, 2 Personen:

Flüge: wir sind mit Lufthansa geflogen und haben uns für einen Flug mit Zwischenstopp in Frankfurt entschieden, von Wien ausgehend, nach Lissabon. Der Direktflug wäre leider mehr als doppelt so teuer gewesen, warum weiß wohl niemand.
Wir bezahlten 680€ hin und retour inklusive einem Gepäckstück

Miete Campingvan: Typ Fiat Ducato, für 2-4 Personen, Bad, Küche, Versicherung für 8 Miettage
Miete: 1847€ in der Hauptsaison, bei Superversicherung bezahlt man noch 848€ Kaution, davon wird ein eventueller Selbstbehalt im Schadensfall und auch die Mautgebühren abgezogen, den Restbetrag haben wir 5 Tage nach Ende der Mietdauer überwiesen bekommen.

Gemietet haben wir bei caravans2rent – ehier geht es zum Blogartikel über unseren Campingvan

Tanken: Spritpreise in Portugal sind mit gut 1,60€ pro Liter Diesel sehr teuer, wir haben für 700km knapp 130€ getankt

Maut: im Camper war ein Mautleser installiert, man fährt einfach durch die grüne Via Verde Spur und das System verrechnet die Gebühr automatisch
Kosten hierfür waren etwa 75€, Portugal ist ein teures Mautland

Essen und Trinken: wir waren meistens bei Lidl einkaufen, preislich etwa mit Österreich vergleichbar, teilweise sogar noch billiger
Wir kamen mit etwa 200€ aus, inkludiert auch Küchenrolle, WC Papier, Müllsäcke usw.

Campingplätze: die reine Standgebühr kostet um die 10€, Service wie Duschen, Strom und Camper-Service dann nochmal ungefähr 10-20€ je nach Lage und Stellplatzgröße, in Summe waren das bei uns 85€

Außenansicht Fiat Ducato Wohnmobil von caravans2rent

Campingplätze:

Ecoparque Do Outão – Rua do, 2900-182 Setúbal, Portugal

Camping Turiscampo Yelloh! Village Portugal – E.N. 125 – Espiche, 8600-109 Lagos, Portugal

Camping Serrao’s Park – Herdade do Serrão, 8670-121 Aljezur, Portugal

Algarve Motorhome Park Falesia – R. do Pinhal 2, 8200-593 Albufeira, Portugal

Strände:

Praia da Aberta Nova – N261, Grândola, Melides, Portugal

Praia de Odeceixe – Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina, 7630-174 Odemira, Portugal

Praia do Beliche – Sagres, Vila do Bispo, Sagres, Portugal

São Roque – Estr. de São Roque, 8600-315 Lagos, Portugal

Ribeira do Cavalo Beach – CVMC+59 Sentrão, Sesimbra, Portugal